Asil
Indien und seine Nachbarländer wie Pakistan und Iran sind die Geburtsstätte der Asil. Der Name "Asil" (früher auch Aseel
oder Azeel geschrieben) taucht das erste mal tausend vor Christus in diversen Schriftstücken auf. Asil ist ein arabisches Wort
und bedeutet soviel wie "hochgeboren, reinartig oder reinrassig, edel", was also schon auf ihren Adel, großen Nutzwert
und Bedeutung hinweist. Einst selbst in ihrem Heimatland nur den Fürsten und der Prominenz sowie den Reichen und Adligen
war es vorbehalten, diese Tiere zu erwerben, zu züchten und zu halten.Es ist wohl unbestritten, daß die Asil eine der ältesten
Kampfhuhnrassen sind, wenn nicht sogar die älteste aller Hühnerrassen ist.
Was auch heute noch zur Folge hat, das die Hennen sehr wenig Eier legen und in manchen Zuchtlinien die Eier nicht besonders
gut zur Kunstbrut geeignet sind, weshalb noch heute viele Züchter dieser Rasse die Naturbrut betreiben.
Übrigens führen neben den Kampfhühnern auch die berühmten arabischen Vollblutpferde den Zusatz Asil in ihrem Namen.
Asil sind recht verschieden, sodaß die unterschiedlichen "Landesschläge" des Heimatlandes hier in Deutschland ohne weiteres als
verschiedene Asilrassen bezeichnet werden. Die Asilfamilie ist riesengroß. Im Deutschen Standard gibt es zwei anerkannte Typen
den Rajah-Asil bei uns nur als Asil bekannt und den Madras-Asil. Madras sind größer und schwerer als die Rajah-Asil und wirken
damit wuchtiger und stehen weniger aufrecht als diese. Die Madraszüchter spalteten sich leider 2004 vom Club deutscher Ur.- und
Kampfhuhnzüchter ab, weshalb ich hier nur auf die Asil näher eingehe!
Reinrassige Asil wurden in Indien wegen ihrer hervorragenden Kampffähigkeit von den Prinzen (Rajahs) hoch geschätzt und vor zu
starker Verbreitung geschützt, schon bevor es unter britische Krone fiel, daher auch die Namensgebung "Rajah Asil".
Asil sind dem Menschen der sie pflegt ausgesprochen zahm und zutraulich.
Ein Asil muss auf den ersten Blick wie ein vollwertiges Kampfhuhn erscheinen, d.h. aufgereckt mit abfallender Rückenlinie,
breiter Brust und kantiger Schulterung, flachem Rücken und die Schwanzhaltung der Rückenlinie folgend, leichte Winkelung zerstört
das Bild jedoch nicht. Sehr wichtig ist auch der raubvogelartige Schädel mit seinem kurzen, kräftigen, leicht gebogenen Schnabel
und einer ausgeprägten Backenmuskulatur. Desweiteren sollte der Kopf mit einem kurzen, wenig entwickelten Erbsenkamm geschmückt
sein. Das bedeutet, daß ein dreireihiger Erbsenkamm wohl ein schöneres Gesamtbild ergibt, aber für die Höchstwertung V muss der
wie im Standard festgelegte wenig entwickelte Erbsenkamm genügen und darf bei einem typvollen Tier nicht negativ bewertet werden!
Bekanntlich sind Asil schwerer als ihre Größe es schätzen lässt. Dieses liegt daran, daß ihr Muskelfleisch sehr kompakt ist und die
Knochenstruktur massiv und schwer ist im Vergleich zu anderen Rassen. Wenn man einen Asil in die Hand nimmt, muß er sich wie Blei
anfühlen und der Körper selbst hat die Proportionen eines Backsteines, d.h. breiter als hoch (Wirbelsäule – Brustbein).
Die allgemeine Knochenstärke, insbesonders in den Ständern (Sie sollen kantig sein) ist ein wichtiges Rassemerkmal und darf keines Falles
übersehen werden. Die nächste markante Eigenschaft ist ein hartes, knappes, derbes Gefieder! Das Brust- und Rückengefieder muß voll,
knapp und festanliegend sein, so daß in der Regel das Brustbein mit seiner roten Haut sichtbar wird. Ein unbefiedertes Brustbein kombiniert
mit den sogenannte Flügelrosen (gefiederfreie Stellen auf dem Flügelbug) geben dem Asil ein noch edleres Gesamtbild. Auch die durch das
derbe Gefieder auftretenden gebrochenen Federn sind nicht selten, vereinzelte abgebrochene Handschingen sollten bei einer Bewertung im
Schaukäfig unberücksichtigt bleiben.
Ein Nachteil durch das geforderte kompakte Muskelfleisch und die Knochenstäke ist, daß ein Asil relativ lange braucht um körperlich voll
auszureifen, damit er in einer optimalen Schauverfassung ist. Richtig ausgereift und voll ausgeprägt ist der Asil nach zwei bis drei Jahren.
Das bedeutet, der Züchter muß entsprechenden Stallplatz, Fingerspitzengefühl und ausreichend Geduld mitbringen, um seine Tiere entsprechend
zu halten und ausreifen zu lassen.
Sie sind wohl im Laufe der Zucht mehr zu einer Ausstellungsrasse geworden und spielen bei uns nicht mehr die Rolle des Sporthuhnes für
die sie früher gezüchtet wurden. Ihre edle Herkunft und ihr ursprüngliches Gebiet (die Kampfarena) müssen sie aber trotz allem in ganz
besonderem Masse in Körperform, Ausdruck und Charakter zur Schau stellen. Dies sollte und darf bei der Zucht dieses wunderbaren
Kampfhuhnes nie in Vergessenheit geraten!!!
Ich hoffe ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt meiner "hochgeborenen Schützlinge" geben, mit freundlichen Grüßen René
Freier (Zuchtwart für Asil) !!!
Der am stärksten verbreitete Farbschlag ist der Rotbunte, desweiteren gibt es die Farbschläge: Wildfarbig, Fasanenbraun, Gold-Weizenfarbig,
Rotgesattelt, Schwarz-Weißgescheckt, Weiß, Blau, Blau-Rotbunt, Blau-Silberhalsig, Gelbbunt und Blau-Gelbbunt.
Zuchtwart: René Freier, Ernst-Ludwig-Strasse 76, 55597 Wöllstein
Tel: 0170-1645224( ab 18.00 Uhr ), Email: r-freier@t-online.de

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